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Medienanthropologie

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts durchdringen unterschiedliche massenmedial vermittelte und teilweise digital bearbeitete und veränderte Bilder und 'Soundbites' das alltägliche Leben in fast allen Teilen der Welt. Eine zeitgemäße ethnologische Erforschung sozialer und kultureller Lebenswelten muss der Bedeutung dieser Medialisierung Rechnung tragen.

Medienpraktiken im Fokus

Eine Ethnologie der Medienpraktiken untersucht die vielfältigen Formen, durch welche Medientechnologien in diversen kulturellen und sozialen Kontexten angeeignet werden. Wir stellen uns die Frage, inwiefern Medientechnologien Veränderungen oder gar Umbrüche unterstützen – beziehungsweise Kontinuitäten in Praktiken, Verstehen, Institutionen und Traditionen ermöglichen. Konventionelle Medientheorien basierten vor allem auf der empirischen Untersuchung westlicher Industriegesellschaften. Ethnologisch informierte Untersuchungen hingegen fragen, ob zentrale Annahmen herkömmlicher Medientheorien auch auf nicht-westliche kulturelle Kontexte anwendbar sind.

Medienanthropologie im B.A.- und M.A.-Studium

Im Bachelorstudium wird der Schwerpunkt in den Aufbaumodulen 3 + 4 (AM 3 + 4) eingeführt.

Im Masterstudium wird der Schwerpunkt im Mastermodul 'Medienanthropologie' (SM 2) berücksichtigt.

Der Schwerpunkt "Medienanthropologie" setzt sich mit der Erforschung von Medien und Medienpraktiken auseinander. Der Blick richtet sich dabei auf die Identifizierung und Analyse medial vermittelter Prozesse, Beziehungen und Bedeutungen. Unsere Studierenden lernen kulturspezifische Medienpraktiken als Element ihrer eigenen Forschungen vielschichtig zu beleuchten. Zudem werden Sie in die Lage versetzt, ethnographische Daten auch durch audiovisuelle Medien zu sammeln.

Ziel des Schwerpunktes ist es, Studierenden ein spezialisiertes und kritisches Verständnis von Medienproduzenten, Medieninhalten, Medienöffentlichkeiten und -nutzern und der empirischen Erforschung von Medienpraktiken in ihrer sozialen und kulturellen Einbettung zu vermitteln.  

Eine enge Kooperation besteht mit dem medienethnographisch ausgerichteten Graduiertenkolleg 'Locating Media' der Universität Siegen. 

Feldforschungsübungen und Medienproduktion

Praktische Kompetenzen werden in eigenständig durchgeführte Feldforschungsübungen integriert. Der kritischen Reflexion ihres Einsatzes von Medientechnologien als Mittel der Datenerhebung und -dokumentation wird hierbei ein besonderes Gewicht eingeräumt. Sie erwerben darüber hinaus Fertigkeiten zur Vorbereitung, Durchführung und Fertigstellung eigener audiovisueller Medienproduktionen.

Hierbei lernen Sie, eine kritische und reflexive Perspektive einzunehmen, sowohl in Bezug auf die eigene Medienproduktion als auch auf den Einsatz von Medientechnologien als Mittel der Datenerhebung und Dokumentation.

Thematische Seminare und Forschendes Lernen

Medienethnographische Methoden und Medientheorien sind Teil des grundständigen Lehrangebots im Bachelor und Master Ethnologie. Darüber hinaus werden thematische Seminare angeboten, die an die Forschungsprojekte aus dem Netzwerk 'Media, Culture, and Society' anknüpfen.

Wissenschaftlicher Austausch

Studierende im Bachelor und Master werden in die thematischen Workshops, Konferenzen und Vortragsreihen zur Medienanthropologie (z.B. als Diskutanten) eingebunden. In unregelmäßigen Abständen werden Summer Schools organisiert, die der vertiefenden Ausbildung der Doktorand_innen und der fortgeschrittenen Studierenden in medienethnographischen Methoden und Theorie dienen.

Themenfelder im Schwerpunkt Medienanthropologie

Berücksichtigung der veränderlichen institutionellen und politischen Rahmenbedingungen

Gemeinsamer Ausgangspunkt der Forschungs- und Lehrprojekte ist, dass die ethnologische Erforschung von Medien, egal ob 'alt' oder 'neu', 'small' oder 'big', einer Berücksichtigung der veränderlichen institutionellen und politischen Rahmenbedingungen bedarf, innerhalb derer Medientechnologien angewandt und sinnstiftend eingesetzt werden.

Transnationale und globale Verflechtungen

Alle Forschungs- und Lehrprogramme geben eine kulturell und historisch vergleichende Perspektive vor und richten dabei ein besonderes Augenmerk auf rezente Prozesse intensivierter transnationaler und globaler Verflechtungen. Mit dieser kombinierten Perspektive weisen die im Netzwerk angesiedelten Forschungs- und Lehrprogramme eindeutig über konventionelle Ansätze innerhalb der Regionalstudien und auch über andere Formen regionaler Spezialisierung hinaus.