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Audiovisuelle Ethnographie

Schwerpunkt audiovisueller Lehre an unserem Institut sind partizipative, bisweilen (quasi-) experimentelle Ansätze. Das Mit-Erleben als Forschungsprämisse jeder ethnologischen Studie gewinnt an Tiefe, wenn das Augenmerk der Forschenden auch auf klangliche, optische, haptische, olfaktorische und gustative Aspekte gerichtet wird. Im Seminar 'Methoden der visuellen Anthropologie und der Theaterethnologie' im Wintersemester 2012/13 unter der Leitung von Jun.-Prof. Michaela Pelican konnten Studierende ihren Blick für multisensuelle Einbettungen von Situationen schärfen.

Seminar 'Methoden der visuellen Anthropologie und der Theaterethnologie'

Im Rahmen des Seminars unternahmen die Studierenden audiovisuelle Spaziergänge durch Köln. Diese beinhalteten die Dokumentation einer festgelegten Strecke durch verschiedenste Informant_innen: Kinder, Ethnolog_innen, nichtakademische Berufstätige. Bei einem ersten Abschreiten des Weges wurden Fotos und Beobachtungsaufzeichnungen gesammelt, anschließend vor allem akustische Eindrücke festgehalten. Ziel des Seminars war es die professionelle Wahrnehmung multidimensionaler Erlebnisräume zu schärfen und die Vielfalt möglicher Interpretationen ein- und derselben Umwelt zu reflektieren. Aufgrund des experimentellen Charakters der Methoden erlauben sie es, zusätzliche Einsichten zu gewinnen, erfordern zugleich aber auch ein erhöhtes Maß an Reflexivität und Flexibilität.

Soundwalk

Soundclip, 2,23 mins.; Mitwirkende: Nadine Witte, Rebekka Kanesu, Lea Minow

Audiovisueller Spaziergang

5 Ethnolog_innen, 1  Feld: Ein audiovisueller Spaziergang durch Köln
Videoclip, 6.21 mins.; Mitwirkende: Anahi Santos, Anna Wanetschek, Caroline Farenga, Pauline Pega, Nikolaus Greil; Schnitt/Ton: Nikolaus Greil; Projektleitung: Prof. Dr. Michaela Pelican, Institut für Ethnologie, Universität zu Köln. 2013.

Stimmen der Teilnehmenden

Die Arbeit mit Ton und Klang gehört zum Bereich der Anthropology of the Senses, bei der durch verschiedene Methoden mehrere Sinne genutzt werden, um das Bewusstwerden von Emotionen und Erinnerungen zu fördern. Dabei gibt es viele Möglichkeiten für die Feldforschung: Soundscapes (Klanglandschaften), Radio-Tagebücher, Audio-Essays und -Dokumentationen sowie Soundwalks. Ein Soundwalk ist ein stiller Spaziergang entlang einer geplanten Route, um das Ambiente und die zugrundeliegenden Rhythmen eines bestimmten Ortes zu erleben.

Nadine Witte

 

Für die Übung war die Heterogenität unserer Beiträge gut, da jeder von den andersartigen Erfahrungen des Anderen profitieren konnte. Die Idee war, den/die Hörer_in quasi mitzunehmen auf den Weg und die alltäglichen Geräusche bewusst zu machen.

Anna Wanetschek

 

Wir sind eben doch stark in der Kombination unserer Sinneseindrücke verhaftet und es ist uns nicht klar, wie sehr sich ein einzelner Sinn vom Gesamteindruck unterscheiden kann.

Nikolaus Greil