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Ethnographie vor der Haustür und in der Welt

Topthemen

  • Geflüchtete in und um Köln – Flucht und Familie
    Ethnographie vor der Haustür und in der Welt

    Geflüchtete in und um Köln – Flucht und Familie

    Zum Wintersemester 2017/18 startet ein neuer Durchgang des Lehrforschungsprogramms

  • Posterpräsentation

    "Geflüchtete in um Köln" 2016/17

    Die Teilnehmenden des Seminars präsentieren ihre Ergebnisse im Allerweltshaus.

  • Basketball mit Kopftuch?

    "Islam und Sport" 2013/14

    Der erste Jahrgang des Lehrforschungsprogramms beschäftigte sich mit dem Thema "Islam und Sport".

Unter dem Titel "Ethnographie vor der Haustür" bieten Ethnologie und Islamwissenschaft ein zweisemestriges Lehrforschungsprogramm an, das auf dem methodischen Konzept einer ethnographischen Feldforschung aufbaut. Im Zentrum steht die selbstständige Datenerhebung zu einem selbst ausgewählten Forschungsthema mit aktuellem gesellschaftspolitischem Bezug.

Wintersemester 2017/2018

Geflüchtete in und um Köln: Flucht und Familie

Das diesjährige Forschungsprogramm steht aufgrund der Aktualität der Thematik erneut unter dem Titel "Geflüchtete in und um Köln". Während sich der letzte Jahrgang mit Themen wie medizinische Versorgung, Berufsperspektiven, ehrenamtliches Engagement und Kirchenasyl beschäftigte (studentische Ergebnisse sind unten einsehbar), liegt der diesjährige Fokus auf dem Themenkomplex Flucht und Familie.

Im Zentrum des Forschungsprogramms stehen Erfahrungen und Strategien von Menschen und Familien aus Krisengebieten im Nahen Osten, die derzeit im Kölner Raum leben. Mögliche Fragekomplexe, zu denen Studierende eine eigene kleine Forschung durchführen, betreffen z.B. familiäre Trennung/Familienzusammenführung, Veränderung von Familienstrukturen, generationelle Rollen und Geschlechterrollen, Aufbau neuer sozialer Netzwerke etc.

Ablauf

Das Vorbereitungsseminar findet im WiSe 2017/18 statt und beinhaltet eine thematische, theoretische und methodische Vorbereitung auf die Forschung mit Geflüchteten in und um Köln sowie die Erarbeitung einer konkreten Forschungsfrage. Die Monate Februar und März sind für intensive und selbstständige Feldforschung der Studierenden vorgesehen, die von den Dozentinnen intensiv betreut wird. Das Nachbereitungsseminar im SoSe 2018 dient der Auswertung, Ausarbeitung und Vorstellung der im Frühjahr erhobenen Daten zum Thema "Flucht und Familie" (z.B. in Form einer Posterausstellung). Die eigenen Erfahrungen der selbständigen Feldforschung sollen reflektiert und in einen theoretischen und methodologischen Bezug zur Forschungsfrage gestellt werden.

Das Nachbearbeitungsseminar im SoSe 2018 kann nur von Studierenden besucht werden, die bereits das einführende Seminar im WiSe 2017/18 absolviert haben. Das Forschungsprogramm ist für Masterstudierende der Studiengänge Ethnologie und Sprachen und Kulturen der islamischen Welt (SKIW) sowie für Bachelorstudierende ab dem 5. Semester geeignet.

Als Auftakt zum diesjährigen Lehrforschungsprogramm wird in der zweiten Semesterwoche (voraussichtlich am 18.10.2017) eine öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden, an der Studierende des letzten Jahrgangs ihre Ergebnisposter präsentieren und eine geflüchtete Fotojournalistin von ihren Erfahrungen berichtet. Das Seminar beginnt in der zweiten Woche.

Zielgruppen

Für Studierende im Master Ethnologie ist die 'Ethnographie vor der Haustür' als Feldforschungspraktikum im Ergänzungsmodul 1 verankert.

Bachelorstudierende der Ethnologie können die Lehrforschung im Ergänzungsmodul 1 oder 3 ab dem 5. Semester belegen und so erste Forschungserfahrungen sammeln.

Fachfremde Studierende können die Lehrforschung über das Studium Integrale und ggf. die Ergänzenden Studien belegen, vorausgesetzt sie erfüllen die projektspezifischen Teilnahmebedingungen.

Stimmen aus dem Seminar

Die Kombination aus der Vermittlung theoretischer Grundlagen und die Möglichkeit diese direkt in der Praxis anzuwenden, hat mir besonders gut gefallen. Die Unterstützung und Beratung durch die Dozentinnen, die besonders in der Phase der Datenermittlung und Auswertung wichtig war, hat mir sehr geholfen und mich bestärkt, weiter wissenschaftlich zu arbeiten. 

Melanie Baltes-Keller, Seminar-Teilnehmerin aus dem Jahrgang 2016/17

Vergangene Jahrgänge

Feldforschungspraxis vor der Haustür und in der Welt

Unter dem Titel "Ethnographie vor der Haustür" bieten Ethnologie und Islamwissenschaft ein Lehrforschungsprogramm an, das auf dem methodischen Konzept einer ethnographischen Feldforschung aufbaut. Im Zentrum steht die selbstständige Datenerhebung zu einem ausgewählten Forschungsthema mit aktuellem gesellschaftspolitischem Bezug.

Fluchtursachen, Fluchtrouten und Grenzpolitiken im Fokus

Durch aktuelle Kriege und Krisen im Nahen Osten sind seit dem vergangenen Jahr viele Menschen, insbesondere aus Syrien, dem Irak und Afghanistan, nach Deutschland geflohen. Das diesjährige Feldforschungspraktikum widmet sich dem Thema "Geflüchtete in und um Köln" und bietet eine Kombination verschiedener Lehr- und Lernformen an.

Ablauf des Feldforschungspraktikums

Im Sommersemester 2016 fand das Vorbereitungsseminar statt, in welchem Hintergründe über Fluchtursachen in Syrien und der umliegenden Region sowie Fluchtrouten und Grenzpolitiken thematisiert wurden. Die Veranstaltung bot eine theoretische Einbettung und Methodenschulung sowie Hilfestellungen beim Entwurf des Forschungsdesigns. Die Monate August und September waren für intensive und selbstständige Feldforschung der Studierenden vorgesehen. Im Wintersemester 2016/17 fand ein Nachbereitungsseminar statt.

Das Thema "Geflüchtete in und um Köln" bietet ein breites Spektrum möglicher Fragestellungen für erste eigene studentische Feldforschungen und knüpft an vielfältige Theoriediskussionen an, die z.B. unter Schlagwörtern Migration, Flucht, Asyl, Integration, "Belonging" geführt werden. Erarbeitete Themen, die in (interdisziplinären) Teams entwickelt werden konnten sind:

  • "Medizinische Versorgung von Geflüchteten aus der Perspektive der Schutzsuchenden."
  • "Kirchenasyl für Geflüchtete in und um Köln."
  • "Studium oder Berufsausbildung? Entscheidungen Geflüchteter in und um Köln."
  • "Integration von Geflüchteten in soziale Freizeitangebote."
  • "Freiwilligenarbeit von und für Geflüchtete."
  • "Essgewohnheiten und Soziabilität von Geflüchteten."

Präsentation der Resultate

Tagung "Flucht und Asyl: Deutschland zwischen Willkommenskultur und Ablehnung" in Münster

Im Dezember 2016 veranstaltete der Arbeitskreis Migrationspolitik in der Deutschen Vereinigung für politische Wissenschaft die Tagung "Flucht und Asyl: Deutschland zwischen Willkommenskultur und Ablehnung" in Münster. Junge WissenschaftlerInnen bekamen so die Möglichkeit ihre Forschungsprojekte einem interdisziplinären Publikum vorzustellen und diese mit KollegInnen aus der Wissenschaft und Praxis zu diskutieren. Bei der Tagung präsentierten zwei Teilnehmerinnen des Lehrforschungsprogramms "Ethnographie vor der Haustür" ihre Forschungsergebnisse zu den Themen "Alltagsthemen und Herausforderungen junger rezent Geflüchteter in Köln" sowie "visuell und narrativ rekonstruierte biographisch erinnerte Fluchtwege". Außerdem wurden u.a. folgende Themen bei der Tagung kontrovers diskutiert:

  • Akteure und Herausforderungen der Interaktion beim ehrenamtlichen Engagement
  • Zugang zum Arbeitsmarkt
  • kritische Perspektiven auf das europäische Flüchtlingsrecht
  • Geflüchtete und die Rolle der Kommunen
  • Versorgung und Teilhabe von geflüchteten Kindern und Jugendlichen

Posterpräsentationen im Café ohne Grenzen, Allerweltshaus

Am 07. Februar 2017 stellten die TeilnehmerInnen des Lehrforschungsprogramms ihre Forschungsresultate mithilfe eigens gestalteten wissenschaftlichen Postern im Allerweltshauses e.V. in Köln-Ehrenfeld vor. Das Café ohne Grenzen, ein wöchentlich stattfindenden Begegnungscafé, diente als Plattform für die Präsentationen. Ziel war es, in den Austausch und die thematische Diskussion mit Geflüchteten selbst zu kommen. Jene konnten so ihre eigene Perspektive auf die präsentierten Themen miteinbringen und diskutieren. Die Posterpräsentationen in einen praktischen Rahmen mit dem Fokus auf interkulturelle Begegnung einzubetten statt sie einem rein wissenschaftlichen Publikum zur Verfügung zu stellen, brachte produktive Diskussionen aus wertvollen Blickwinkeln mit sich und regte einen bilateralen Lernprozess an.

Impressionen der Posterpräsentation, ein Film von Sammy Shamdin und Amer Kashma

Poster zum Download

Berufsperspektiven von Geflüchteten; Tamara Ögün

Ankommen, mitgestalten, dazugehören. Ehrenamtliches Engagement von Geflüchteten; Elisa Waldhoff

"People who eat alone die alone." Gemeinsam essen und soziale Verbindung unter Geflüchteten in und um Köln; Christelle Yankou

Wie gewinnt man geflüchtete Frauen für Fraizeitaktivitäten?; Elaha Shamdin und Sammy Shamdin

Kirchenasyl in Köln: Der Alltag von Geflüchteten im Kirchenasyl; Sabrina Frahm

Medizinische Versorgung Geflüchteter in Köln. Herausforderungen und Ressourcen; Melanie Baltes-Keller

Feldforschungspraxis vor der Haustür und in der Welt

Raus aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm und rein ins Ohr - das ist das Ziel des aktuellen Lehrforschungsprogramms „Ethnographie vor der Haustür und in der Welt“ unter dem Titel „Research, Action and Art“. Die teilnehmenden Studierenden sollen im Sommersemester 2015 und Wintersemester 2015/2016 ihre eigene Forschungsidee planen, in den Sommersemesterferien die dazugehörige Feldforschung umsetzen und ihre Ergebnisse im Wintersemester auswerten. Das Besondere ist, dass am Ende eine Podcast-Reihe stehen soll, um die Erkenntnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Verbindung angewandter Ethnologie und künstlerischer Darstellung

Forschungs-, Kunst- und Integrationsprojekte aus Köln und der Welt treffen auf ethnologische Forschungsmethoden und sollen künstlerisch in Form von Audio-Beiträgen umgesetzt werden. Der Phantasie und Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die Studierenden sollen die Hörer direkt mit an den Ort des Geschehens nehmen und sie selber erfahren lassen.

Lehr- und Lernformen im Projekt

Zur erfolgreichen Umsetzung der eigenen Forschungsideen bekommen die Studierenden theoretische Einblicke in Themenfelder wie Theaterethnologie, Kunsttherapie, partizipative Methoden und autobiografische Reflexion. Außerdem arbeitet das Lehrforschungsprojekt eng mit Praktikern aus Journalismus, Flüchtlingsarbeit und interkulturellen Kunstprojekten zusammen, so dass die Studierenden während des Lehrforschungsprojekts verschiedene Impulse erhalten.

Begleitendes Tutorium zum Tonschnitt und Storytelling

Im obligatorischen Tutorat erwerben die Studierenden die nötigen Kompetenzen, um ihre Ideen in Form einer Podcast-Reihe umzusetzen. Die Vermittlung von technischen Fertigkeiten, medienrechtliche Fragestellungen sowie die öffentlichkeitswirksame Veröffentlichung der fertigen Podcasts stehen hier im Vordergrund - kurz gesagt, berufspraktische Anwendungsmöglichkeit ethnologischer Fähigkeiten.

Podcast "Research, Action & Art" hören

Seit Anfang Mai können sich interessierte Hörer*innen den entstandenen Podcast anhören.

Im Gespräch mit dem Studentenradio KölnCampus spricht die Teilnehmerin Lucia Lehmann über das Projekt. Das Gespräch vom 03. Juni 2016 kann hier gehört werden.

Feldforschungspraxis vor der Haustür

Transnationalität und Translokalität im Fokus

"Transnationalität – Translokalität: soziale Beziehungen und religiöse Netzwerke" war der Schwerpunkt des Jahrgangs 2014/15. Dieses Thema bietet ein breites Spektrum möglicher Fragestellungen und knüpft an Theoriediskussionen an, die unter den Schlagwörtern Migration, "belonging", Familie und Verwandtschaft, Religion, Diversität und Identität/Ethnizität geführt werden. 

Lehr- und Lernformen im Projekt

Das Programm "Ethnographie vor der Haustür" zielt auf eine Kombination verschiedener Lehr- und Lernformen ab. Neben der theoretischen Einbettung und einer Methodenschulung, die im Vorbereitungsseminar stattfanden, stand die selbstständige Projektarbeit zum Thema "Transnationale Beziehungen" im Zentrum, unterstützt durch ein begleitendes Mentoring während der Forschungsphase. 

Mentoring und E-Learning

Im Mentoring bekamen die Teilnehmenden des Seminars Hilfestellungen beim Entwurf des Forschungsdesigns und der weiteren Durchführung ihrer Forschung. Darüber hinaus wurde eine E-Plattform installiert, auf der den Teilnehmenden Literatur und Verweise zu Mediendokumenten zur Verfügung gestellt wurden und die ihnen während der gesamten Projektzeit neben Arbeitstreffen als Austauschforum dienten.

Feldforschungspraxis vor der Haustür

Feldforschung zuhause – auch das ist am Institut für Ethnologie möglich. Im April 2013 startete mit „Ethnographie vor der Haustür“ eine Kooperation des Instituts für Ethnologie und des Instituts für Islamwissenschaft an der Universität zu Köln. Die Projekte wurden im Großraum Köln durchgeführt und beschäftigten sich mit dem Themenkomplex "Islam und Sport". 

In der vorlesungsfreien Zeit nach dem Sommersemester 2013 begannen die Teilnehmenden ihre Studien und führten sie teilweise bis in den Winter 2013 hinein fort. Begleitet wurden die Studierenden durch Seminare zu "Islam in Deutschland", Einführungsveranstaltungen in die relevanten ethnologischen Theorien zu (Trans)Migration, Diversität und Identität, sowie durch methodische Übungen und Auswertungsseminare. 

Begleitetes Forschen

Die fachliche Leitung des Projekts führten die Ethnologin Prof. Dr. Michaela Pelican und die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Damir-Geilsdorf. Das individuelle Mentorieren der Forschungen übernahmen zwei Mentorinnen: Annika Dähne M.A. für die Islamwissenschaft und Mira Menzfeld M.A. für die Ethnologie. Sie begleiteten die Studierenden während des gesamten Jahres sowohl in Gruppen- und Einzelsitzungen als auch über ein Online-Mentoring auf der elektronischen Plattform ILIAS. Die Online-Unterstützung umfasste die Bereitstellung diverser einführender und themenspezifischer Texte rund um Islam, Sport und Methodik ebenso wie die Projektberatung in einem virtuellen Austauschforum.

Forschungsfelder der Studierenden 

  • Sport- und Schwimmunterricht, mit Besuchen von Schulen, Interviews mit Lehrern, teilnehmender Beobachtung im Sportunterricht und vertiefender Beschäftigung mit über den schulischen Kontext hinaus beteiligten AkteurInnen.
  • Frauen und Sport, in Form teilnehmender Beobachtungen in einem muslimischen Frauenfitnesstudio sowie vertiefenden Interviews mit der Besitzerin und Teilnehmerinnen.
  • Wettcafés und Sportwetten, in Form einer langfristigen partizipativen Beobachtung durch Anstellung in einem Wettcafé und eines durch teilnehmende Beobachtung informierten Einbezugs des umliegenden Stadtviertels und seiner Bewohner.
  • Profisport und Kopftuchverbot, mit strukturierten Interviews und Gruppendiskussionen bei zwei Bundesliga-Basketballvereinen sowie Feldforschung auf Turnieren, Gesprächen mit SchiedsrichterInnen und TrainerInnen.
  • Koran und Sunna zu Sport und Wettstreit, als historisch-kritische Literaturauswertung unter Einbezug vorislamischer Bedingungen von Sport und Wettkampf bis hin zu rezenten Fatwa-Urteilen im heutigen arabischen Raum.

Die angewandten Techniken erstreckten sich von Fragebogenerhebungen und Gruppendiskussionen über teilnehmende Beobachtung bis hin zu historischen und aktuellen Quellenanalysen.

Öffentliche Präsentation

Die Ergebnisse der Lehrforschungen wurden im Rahmen eines Themenabends am 27. Januar 2014 der Fach- und Laienöffentlichkeit zugänglich gemacht. Hierzu erstellten die Studierenden Ergebnisposter. So konnten die Studierenden – auch über die obligatorischen wissenschaftlichen Projektberichte hinaus – ihre Ergebnisse für ein breites Publikum nutzbar machen. Sie übten sich in der Präsentation ihres Forschungsdesigns und ihrer Datenanalysen. 

Neben den Ergebnispostern sind die Ergebnisse der Studierenden im Einzelnen in einem Themenheft der Kölner Arbeitspapiere zur Ethnologie erschienen. Der Band kann hier als pdf heruntergeladen werden.

Poster zum Download

 

Fokus "Fremdbild"

Kopftuch im Basketball - eine wahrhafte Gefahr?

Frauenfitnessstudio Hayat

Interpretationen einiger Koranverse und Handlungen des Propheten Muhammad im Zusammenhang mit dem Sport

Muslime und koedukativer Sportunterricht

Islam im Sportunterricht