Die Ethnologie der Mensch-Umwelt-Beziehungen: Die Lehrinhalte

Das Forschungs- und Lehrnetzwerk für die ethnologische Erforschung der Dynamik von Mensch-Umweltbeziehungen ist seit nunmehr drei Jahrzehnten fest am Institut für Ethnologie der Universität Köln etabliert. Die Mitglieder des Netzwerks tragen durch ihre unterschiedlichen Forschungs- und Lehraktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene zum Austausch und zu Debatten unter Wissenschaftler_innen bei. Dabei spielen in Lehre und Forschung unterschiedliche Gegenstandsbereiche der Mensch-Umweltforschung eine Rolle: z.B. Antworten auf und insbesondere Anpassungen an globalen Umweltwandel, soziale Institutionen  und das Management natürlicher Ressourcen, Mobilität und Umweltnutzung, Ressourcenkonflikte und Politische Ökologie, Aufeinandertreffen von verschiedenen umweltbezogenen Wissensarten und Weltanschauungen/ontologischen Prinzipien, Aushandlung verschiedener Formen des Ressourcenschutzes, soziale Ungleichheit und Umweltprozesse, Wahrnehmung und normative Bewertung von Umweltprozessen. In der methodischen Ausbildung wird Wert auf eine umfassende multi-perspektivische und praktische Ausbildung gelegt, die sowohl Kenntnisse der qualitativen und quantitativen Sozial- und Kulturforschung als auch eine Sensibilisierung für die methodischen Zugänge benachbarter Disziplinen beinhaltet. 

Verflechtungen: sozial-ökologisch, kognitiv-materiell, lokal-global 

Gemeinsamer Ausgangspunkt des Schwerpunktes sind die Verflechtungen zwischen menschlichem Handeln in kulturell und bio-geophysisch konstruierten Umwelten, Wahrnehmung von und Wissen über ökologische Prozesse, Institutionen des Managements natürlicher Ressourcen, lokalen sowie globalen Machtkonstellationen und Moralitäten und Überzeugungssystemen. Geteilt wird auch die Idee, dass die durch Ethnolog_innenbeobachteten lokalen Prozesse intensiv mit globalen Dynamiken verbunden sind und dass Fragen der Globalisierung und Lokalisierung von Mensch-Umweltbeziehungen integraler Bestandteil der Forschung und Lehre des Schwerpunktes sind. Mit diesem holistisch vergleichenden Zugang weisen die im Netzwerk angesiedelten Forschungs- und Lehrprogramme eindeutig über die disziplinär spezialisierten Ansätze der Nachbardisziplinen hinaus. 

Feldforschungsübungen 

Praktische Kompetenzen in diesem Feld werden in eigenständig durchgeführten Feldforschungsübungen erworben. Der kritischen Reflexion diskursiver Strukturen im Bereich Mensch-Umweltpolitiken, methodischer und theoretischer Zugängen der ethnologischen Mensch-Umweltforschung sowie der Grenzen und Möglichkeiten interdisziplinärer Ansätze wird hierbei ein besonderes Gewicht eingeräumt. Studierende erwerben Kenntnisse und Urteilsvermögen. 

Informationen zu den Lernzielen des Schwerpunktes Mensch-Umwelt-Beziehungen >