Feldforschungspraxis vor der Haustür: "Islam und Sport" 2013/14

Feldforschung zuhause – auch das ist am Institut für Ethnologie möglich. Im April 2013 startete mit „Ethnographie vor der Haustür“ eine Kooperation des Instituts für Ethnologie und des Instituts für Islamwissenschaft an der Universität zu Köln. Die Projekte wurden im Großraum Köln durchgeführt und beschäftigten sich mit dem Themenkomplex „Islam und Sport“. 

In der vorlesungsfreien Zeit nach dem Sommersemester 2013 begannen die Teilnehmenden ihre Studien und führten sie teilweise bis in den Winter 2013 hinein fort. Begleitet wurden die Studierenden durch Seminare zu „Islam in Deutschland“, Einführungsveranstaltungen in die relevanten ethnologischen Theorien zu (Trans)Migration, Diversität und Identität, sowie durch methodische Übungen und Auswertungsseminare. 

Begleitetes Forschen

Die fachliche Leitung des Projekts führten die Ethnologin Prof. Dr. Michaela Pelican und die Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Damir-Geilsdorf. Das individuelle Mentorieren der Forschungen übernahmen zwei Mentorinnen: Annika Dähne M.A. für die Islamwissenschaft und Mira Menzfeld M.A. für die Ethnologie. Sie begleiteten die Studierenden während des gesamten Jahres sowohl in Gruppen- und Einzelsitzungen als auch über ein Online-Mentoring auf der elektronischen Plattform ILIAS. Die Online-Unterstützung umfasste die Bereitstellung diverser einführender und themenspezifischer Texte rund um Islam, Sport und Methodik ebenso wie die Projektberatung in einem virtuellen Austauschforum. 

Forschungsfelder der Studierenden  

  • Sport- und Schwimmunterricht, mit Besuchen von Schulen, Interviews mit Lehrern, teilnehmender Beobachtung im Sportunterricht und vertiefender Beschäftigung mit über den schulischen Kontext hinaus beteiligten AkteurInnen.
  • Frauen und Sport, in Form teilnehmender Beobachtungen in einem muslimischen Frauenfitnesstudio sowie vertiefenden Interviews mit der Besitzerin und Teilnehmerinnen.
  • Wettcafés und Sportwetten, in Form einer langfristigen partizipativen Beobachtung durch Anstellung in einem Wettcafé und eines durch teilnehmende Beobachtung informierten Einbezugs des umliegenden Stadtviertels und seiner Bewohner.
  • Profisport und Kopftuchverbot, mit strukturierten Interviews und Gruppendiskussionen bei zwei Bundesliga-Basketballvereinen sowie Feldforschung auf Turnieren, Gesprächen mit SchiedsrichterInnen und TrainerInnen.
  • Koran und Sunna zu Sport und Wettstreit, als historisch-kritische Literaturauswertung unter Einbezug vorislamischer Bedingungen von Sport und Wettkampf bis hin zu rezenten Fatwa-Urteilen im heutigen arabischen Raum.

Die angewandten Techniken erstreckten sich von Fragebogenerhebungen und Gruppendiskussionen über teilnehmende Beobachtung bis hin zu historischen und aktuellen Quellenanalysen.

Öffentliche Präsentation

Die Ergebnisse der Lehrforschungen wurden im Rahmen eines Themenabends am 27. Januar 2014 der Fach- und Laienöffentlichkeit zugänglich gemacht. Hierzu erstellten die Studierenden Ergebnisposter.  (PDF-Download siehe unten). So konnten die Studierenden – auch über die obligatorischen wissenschaftlichen Projektberichte hinaus – ihre Ergebnisse für ein breites Publikum nutzbar machen. Sie übten sich in der Präsentation ihres Forschungsdesigns und ihrer Datenanalysen. 

Ergebnisveröffentlichung

Neben den Ergebnispostern sind die Ergebnisse der Studierenden im Einzelnen in einem Themenheft der Kölner Arbeitspapiere zur Ethnologie erschienen. Der Band kann hier als pdf heruntergeladen werden. 

Forschungsfragen
Kopftuch im Basketball
Ergebnisbericht
Autoethnographie
Frauen-Fitness-Studio
Koran & Sport
Koedukativer Unterricht
Islam im Sportunterricht